Ein Job im Ausland klingt nach Chance – und wird schnell zum Familienthema. Genau in dieser Lage steckt die Szene, die du in der Lektion hörst: Eine junge Frau kündigt ihre Fabrikarbeit, will in Dubai in einem Salon arbeiten und bittet ihre Mutter um die geliehenen Ersparnisse für den Agenten. Die Mutter fragt nach Ticket, Visum und dem ersten Monat ohne Gehalt – und warnt.

Wenn du Englisch für ein Jobangebot im Ausland lernen willst, ist dieses Gespräch ein gutes Training. Du übst, eine Entscheidung anzukündigen, nach Gehalt, Miete und Gebühren zu fragen, Warnungen zu hören und vorsichtig nach Beweisen zu verlangen. Der Schwerpunkt liegt auf B1-Sätzen für echte Gespräche über Geld, Dokumente und Vertrauen – nicht auf einer Nacherzählung der Handlung.

Die Situation verstehen: Entscheidung, Geld und Warnungen

In der Aufnahme spricht Selamawit mit ihrer Mutter Almaz zu Hause in Addis Abeba. Sie erklärt ihren Plan, nennt Hana als Vermittlerin und bittet um Geld für den Agenten. Almaz reagiert mit Sorgen: Sie spricht über Kosten, über den ersten Monat ohne Gehalt und über die Gefahren des Weggehens.

Dein Lernziel ist dreifach. Erstens: Du folgst einem Familiengespräch, in dem jemand eine große Entscheidung ankündigt und die andere Person widerspricht. Zweitens: Du verstehst Fragen und Antworten zu Gehalt, Miete, Ticket, Gebühren und Ersparnissen. Drittens: Du erkennst, wer was versprochen hat – und wie man höflich, aber bestimmt nachfragt.

Nützliches Englisch für Jobangebot, Geld und Warnungen

Die folgenden Sätze stammen aus dem Gespräch. Achte darauf, wann sie passen und wie direkt sie klingen. Ein Satz kann in der Familie funktionieren, im Büro aber zu schroff wirken.

I'm not asking for your permission. I'm telling you.

Dieser Satz beendet eine Diskussion: „Ich bitte nicht um Erlaubnis. Ich sage es dir.“ Er ist sehr bestimmt und kann verletzend wirken, besonders gegenüber Eltern oder Vorgesetzten. In der Familie zeigt er Entschlossenheit, im Berufsleben wäre er meist zu hart. Eine mildere Variante wäre: „I've made my decision, but I'd like your advice.“ (Zusatzbeispiel, nicht aus der Aufnahme.)

Afraid keeps you alive.

Wörtlich: „Angst hält dich am Leben.“ Gemeint ist: Vorsicht kann schützen. Der Satz ist eine Warnung mit einem Sprichwort-Ton – gut geeignet, wenn jemand zu sorglos wirkt. Er ist kein Vorwurf, sondern ein Rat. Eine sachlichere Alternative: „Please be careful – check everything first.“ (Zusatzbeispiel.)

Will I get a receipt for this money?

Eine praktische Frage nach einem Beleg: „Bekomme ich für dieses Geld eine Quittung?“ Sie ist höflich und klar. Noch formeller wird es mit „Could I have a receipt, please?“ oder „Could you confirm the payment in writing?“ (Zusatzbeispiele.) Solche Formen passen, wenn du mit einem Agenten oder Vermieter sprichst.

I trust you, but I will count it.

„Ich vertraue dir, aber ich werde es nachzählen.“ Der Satz zeigt vorsichtiges Vertrauen: freundlich im Ton, prüfend in der Sache. Er eignet sich für Geldübergaben unter Bekannten. Bei Fremden klingt er schnell misstrauisch; dort ist „Could we check the amount together?“ (Zusatzbeispiel) oft geschickter.

Don't sign papers you don't understand.

Eine klare Warnung: „Unterschreibe keine Papiere, die du nicht verstehst.“ Sie ist direkt, aber nicht unhöflich – ein guter Satz für Verträge, Visa und Arbeitsverträge. Ergänzen kannst du: „Ask for a translation first.“ (Zusatzbeispiel.)

Wortschatz: Geld, Dokumente und wer was zahlt

Viele Fehler entstehen, weil Geldwörter leicht verwechselt werden. Sortiere sie nach der Frage: Wer bekommt das Geld, wer zahlt es, und wofür?

  • salary – regelmäßiges Gehalt aus einem Job, meist monatlich.
  • agent – Person, die eine Dienstleistung oder einen Deal vermittelt, oft gegen Gebühr.
  • commission – Geld für das Vermitteln eines Geschäfts oder eines Kunden.
  • savings – zurückgelegtes Geld für später.
  • loan – geliehenes Geld, das zurückgezahlt wird.
  • visa – offizielle Erlaubnis, in ein Land einzureisen oder dort zu bleiben.
  • receipt – Beleg, der eine Zahlung bestätigt.
  • passport – amtlicher Ausweis für Reisen ins Ausland.

Merke: Du *verdienst* ein salary, du *zahlst* eine fee oder commission, du *leihst dir* einen loan und du *hältst* savings. Ein receipt und ein visa sind Dokumente, kein Geld.

So setzt du die Sprache im Gespräch ein

Beginne mit einer klaren Ankündigung, dann stelle Fragen, dann bitte um Nachweise. Diese Reihenfolge hält ein Gespräch ruhig und sachlich.

  1. Ankündigen: „I've decided to take the job in Dubai.“
  2. Nachfragen: „What is the salary, and how much is the rent?“
  3. Kosten klären: „Is the agent's fee separate from the commission?“
  4. Warnung aufnehmen: „I understand your worry. I'll check the visa first.“
  5. Um Nachweis bitten: „Could you confirm the job details in writing?“

Bei Versprechen anderer hilft indirekte Rede. Aus „Hana says everything is arranged“ wird in der Weitergabe: „She said everything was arranged.“ Prüfe dabei drei Dinge: Wer hat es gesagt? Was genau wurde versprochen? Gibt es einen Beleg? Fragen wie „What is the name of the agency?“ oder „When will I get the contract?“ halten die Aussage konkret.

Typische Fehler und Übungen

Häufige Stolpersteine bei B1:

  • Geldwörter verwechseln – prüfe, ob jemand zahlt, verdient oder leiht.
  • Zu direkt klingen: „Give me a receipt“ wirkt unfreundlich; „Could I have a receipt, please?“ ist besser.
  • Zu schnell vertrauen: „Everything is arranged“ ist keine Garantie. Frage nach Namen, Adresse und Zahlungsdatum.
  • Bei indirekter Rede Pronomen und Zeit vergessen: „She said she would send it“ statt „She said I will send it“.

Zum Üben eignen sich vier kurze Aufgaben:

  • Familien-Rollenspiel: Eine Person kündigt einen Job im Ausland an und bittet um ein Darlehen; die andere fragt nach Gehalt, Miete und Rückzahlung und gibt eine Warnung.
  • Geldwörter sortieren: Lege salary, fee, commission, savings, loan, receipt und visa auf Karten und ordne sie nach „verdienen“, „zahlen“, „leihen/behalten“ und „Dokumente“.
  • Nachricht weitergeben: Eine Person liest eine kurze Agenten-Nachricht mit Jobdetails und Gebühr vor; die andere berichtet sie mit „She said…“ und fragt Name, Adresse und Zahlungsdatum nach.
  • Beleg und Zusicherung: Schreibe höfliche Bitten wie „Could you confirm…?“ und „I'll need a receipt, please“ und passende Antworten dazu.

Höre dir die Lektion an und achte besonders auf die Stellen, an denen Geld und Dokumente zur Sprache kommen. Probiere danach eine passende Antwort: Stelle deinem Gesprächspartner die Frage „Could you confirm the salary and the agent's fee in writing?“ – so übst du höflich, aber bestimmt nach Zusicherungen zu fragen.